Pastellmalerei

Es handelt sich um das reinste aller Malverfahren, da kein Überträger oder Mittel zwischen der Farbe und dem Untergrund vorhanden ist. Eine äusserliche Fixierung ist deshalb erforderlich. Pastell ist sehr stabil, vergilbt nicht, dunkelt nicht nach, noch ändert es sich chemisch. Jedoch reagiert es sensibel auf übermässiges Licht und kann im Laufe der Jahre an Farbe verlieren, wenn es einer zu intensiven Beleuchtung ausgesetzt wird. Pastellmalerei ist vollständig deckend und lässt weder den Untergrund noch Farben, über die es aufgetragen wird, durchscheinen.

Die Farben werden in staubigen Schichten aufgetragen und mit dem Finger verwischt. Um überhaupt eine Haftung zu erzeugen, muss der Malgrund rau sein. Häufig werden speziell für diese Technik entwickelte Papiere, handgeschöpftes Naturpapier oder Aquarellpapier verwendet.

Pastellfarben lassen sich auf dem Papier sehr gut miteinander mischen. So ist es möglich, zarte Farbübergänge und neue Farbnuancen auf das Papier zu zaubern. Um ein Verwischen der 1. Farbe bzw. generell einer Farbe zu verhindern, ist es wichtig zwischendurch zu fixieren. Dafür gibt es eigene Fixative. Sollen mehrere Farbaufträge gewünscht sein, ist es wichtig, darauf zu achten, dass diese nur zart übereinander gelegt werden. Ist der Pigmenteauftrag zu kräftig, sinkt die Haftung der nachfolgenden Farbaufträge. Das wichtigste Arbeitsutensil in der Malerei mit Pastellkreiden sind die Finger. Mit dem Finger werden die Farben verwischt, miteinander verschmolzen. Es ermöglicht dem Maler zarte Farbübergänge bzw. neue Farben zu schaffen.

Um die Haftung der Pigmente auf dem Malgrund zu gewährleisten, werden die Pastelle mit einem Fixativ behandelt. Dies erfolgt  wenn das Bild fertig gestellt ist, man kann aber auch während einzelner Arbeitsschritte Teile des Bildes fixieren. Trotz der Verwendung von Fixativen sind die Bilder sehr empfindlich und werden daher häufig verglast, um eine Berührung der Oberfläche zu vermeiden.

Herstellung der Pastellkreiden

Bei der Herstellung der Pastellkreiden wird den Pigmenten Bindemittel hinzugefügt, damit man sie in eine Stiftform pressen kann. Als Bindemittel werden unter anderem Kaolin, Harze und weitere Stoffe benutzt. Die genaue Zusammensetzung der Bindemittel geben die heutigen Hersteller nicht bekannt. Zumindest in früheren Zeiten wurden auch Haferschleim, Leim, Gelatine, Gummiarabicum, Tragantgummi, Emulsionen, Seifenwasser oder abgerahmte Milch, Honig und Kandiszucker den Stiften beigemengt.

Je nach verwendetem Bindemittel sind die Pastelle mehr oder weniger weich. So können die Kreiden für verschiedene Zwecke verwendet werden, etwa härtere Kreiden mit rechteckigem Querschnitt für eher graphische Arbeiten. Einige Kreidehersteller  geben nur so wenig Bindemittel bei, das die Kreiden gerade zusammenhalten, bei der Berührung mit dem Papier zerfällt die Kreide dann sofort in die staubigen Pigmente.

Mittlerweile werden weiche Pastelle auch in Stiftform mit Holzmantel angeboten. Diese können wie andere Stifte zum Zeichnen verwendet werden, der Farbauftrag lässt sich dann auch mit dem Finger verwischen.

Pastellkreiden

0x01 graphic

 

Harte Pastelle

Harte Pastelle werden in dünneren Kreidenformen präsentiert, gewöhnlich mit quadratischem Profil. Die grössere Härte beruht darauf, dass sie leicht erhitzt worden sind und Ton enthalten. Diese Härte eignet sich für Farbzeichnungen. Sie können angespitzt werden und die Kanten ermöglichen es Linien zu zeichnen. Ihre Härte bewirkt einen schwachen Farbauftrag. Effekte mit satten Farben, die für das klassische Pastell typisch sind, sind unmöglich

Extra weiche Pastelle

Im Prinzip ist die Weichheit eines Pastells ein Zeichen für Qualität, da dies auf einem höheren Anteil an Pigmenten und eine maximale Übertragung auf den Untergrund hin deutet. Mit den extra weichen Pastellen, erreicht man einen starken Farbauftrag und hohe Leuchtkraft. Natürlich sind diese auch höher im Preis.

Geschichte

Die Verwendung von Pastellkreiden geht zurück bis in das späte 15. Jhd. Zu Beginn standen nur die Farben Schwarz, Weiß und Rot zur Verfügung. Michelangelo und Raphael setzten Pastellkreiden für ihre Skizzen (Strichzeichnungen) ein. Die Hochblüte der Pastellmalerei lag im 17. und 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurde die Pastellmalerei vor allem in der Portraitmalerei genutzt, da die samtig-matte Oberfläche der Bilder den Portraits eine ganz besondere Leuchtkraft gibt. Eine der wichtigsten Vertreterinnen dieses Genres war die Venezianerin Rosalba Carriera (1675 - 1757), deren Portraits in ganz Europa überaus begehrt und beliebt waren. Weitere wichtige Vertreter der Pastellmalerei waren auch Joseph Vivien, Maurice Quentin de La Tour, Jean-Étienne Liotard, Jean Siméon Chardin, Edgar Degas, Édouard Manet, Odilon Redon und Pablo Picasso.

zurück